Suchst du nach einem Rezept für glutenfreien Brezen, die richtig gut schmecken, herrlich luftig sind und trotzdem aus natürlichen Zutaten bestehen? Dann ist dieses Rezept genau das Richtige für dich! Tatsächlich ist es gar nicht so schwer, glutenfreie Brezen selbst zu backen, man muss sich einfach nur mal trauen und schon wird man mit dem unvergleichlichen Laugengeschmack verwöhnt.
Ich zeige dir, Schritt für Schritt, wie du die glutenfreien Brezen machst, damit sie dir auch zu Hause in deiner Küche gelingen.
Die Zutaten für glutenfreie Brezen
Wenn du glutenfreie Brezen selbst backen möchtest, brauchst du dafür keine endlose Zutatenliste. Neben glutenfreiem Mehl, Flohsamenschalenpulver, Butter und Sauerteig, brauchst du natürlich eine Form von Lauge. Worauf du beim Kauf achten musst, erzähle ich dir in diesem Abschnitt.
Glutenfreies Mehl
Ich verwende eine Mischung aus Hirsemehl, Maniokmehl, Kartoffelstärke (bzw. Kartoffelmehl) und hellem Reismehl. Den Reis und die Hirse habe ich selbst in meiner Mühle gemahlen. Wenn du kein Maniokmehl hast, kannst du dieses auch durch Kartoffelstärke ersetzen. Nimm dann 10 bis 20 Gramm weniger Wasser. Anstatt Kartoffelstärke, kannst du auch Maisstärke oder Tapiokastärke nehmen. Wenn der Teig zu weich sein sollte, dann nimm mehr Mehl zum Ausrollen der glutenfreien Brezen. Der Teig sollte beim Verarbeiten nicht an der Arbeitsfläche kleben bleiben.
Flohsamenschalenpulver
Achte hier unbedingt darauf, dass es sich um das Pulver aus den Schalen handelt. Je feiner, desto besser kann das Pulver die Flüssigkeit binden und dafür sorgen, dass der Teig gut zusammenhält. Ich verwende meistens die Flohsamenschalen von Sanatura*.
Glutenfreier Sauerteig
Die glutenfreien Brezen werden mit Sauerteig als Backtriebmittel gebacken. Zum Aktivieren deines Sauerteigs empfehle ich für dieses Rezept: 30 Gramm Sauerteigansatz, sowie je 45 Gramm Vollkornreismehl und Wasser.
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Butter
Brezenteig wird meistens mit Butter angereichert, damit die Brezen noch besser schmecken. Nachdem ich nur 30 Gramm Butter verwende, kannst du diese auch weglassen und einfach 30 Gramm mehr Wasser für das glutenfreie Brezen-Rezept verwenden. Du kannst bei diesem Rezept auch vegane Butter verwenden.
Lauge
Ich habe für die glutenfreien Brezen eine fertige Brezellauge verwendet, wie es sie beispielsweise von der Walzmühle gibt. Die Brezellauge kommt in einer 1-Liter-Flasche und kann direkt so verwendet werden, ohne die Lauge zu verdünnen oder zu erwärmen.
Du kannst die Brezen aber auch mit Laugenperlen machen, zum Beispiel von Bio-Bäckerei Spiegelhauer*. Achte dann bitte auf die Anwendungsanleitung vom Hersteller, um deine Brezen zu laugen.
So bäckst du glutenfreie Brezen
Bevor du mit dem Backen der glutenfreien Brezen loslegst, möchte ich dir noch ans Herz legen bei diesem Rezept vorsichtig zu arbeiten, denn Lauge ist stark ätzend. Mit Handschuhen ausgerüstet und mit etwas Achtsamkeit beim Laugen ist das ganze aber kein Hexenwerk und gut zu Hause machbar.
Schritt 1: Sauerteig aktivieren
Um meinen Sauerteig zu aktivieren, nehme ich 30 Gramm Anstellgut und vermenge es mit 45 Gramm Vollkornreismehl und 45 Gramm Wasser. Alles gut vermischen und an einem wohltemperierten Ort 8-12 Stunden fermentieren lassen.
Schritt 2: Teig für die glutenfreien Brezen machen
Sobald der Sauerteig ordentlich Blasen geworfen hat, wird der Brezenteig hergestellt. Dazu alle trockenen Zutaten in eine Rührschüssel geben, dann den Sauerteig dazugeben, sowie das Wasser und die geschmolzene Butter. Alles zügig zu einem Teig verrühren. Der Teig ist anfangs noch relativ flüssig, wird aber von Minute zu Minute fester und stabiler.
Schritt 3: Teig ruhen lassen
Sobald der Teig gut zusammenhält, kannst du ihn entweder in der Rührschüssel lassen und diese gut abdecken oder du gibst den Teig in eine bemehlte Box und verschließt diese. Stell den Teig an einen warmen Ort und lass ihn dort für 3-4 Stunden gehen. Optional kannst du den Teig auch über Nacht in den Kühlschrank geben.
Tipp:
Die Brezen können wegen der Lauge am Backpapier kleben bleiben, deshalb macht eine Silikonbackmatte* bei diesem Rezept Sinn.
Wenn du die nicht hast, lass die Brezen nach dem Backen kurz auf einem Kuchengitter* zusammen mit dem Backpapier auskühlen. Nach ein paar Minuten kannst du die Brezen dann vorsichtig vom Backpapier abziehen.
Schritt 4: Glutenfreie Brezen formen
Kurz vor Ende der Gehzeit wird zuerst der Backofen auf 210 °C Umluft vorgeheizt. Danach die Arbeitsfläche mit einem feinen, glutenfreiem Mehl bemehlen, anschließend den Teig auf die Arbeitsfläche kippen und in sechs gleich große Teile teilen. Ich nehme dafür eine Waage und wiege immer circa 140-150 Gramm ab, so lassen sich daraus gut Brezen formen.
Die Teiglinge zuerst rund formen, danach werden sie zu einem langen Strang ausgerollt. Je nach Wunsch kannst du die Mitte des Strangs etwas dicker formen, damit die glutenfreien Brezen einen schönen Bauch bekommen. Nimm beim Ausrollen ruhig immer wieder Mehl, damit der Teig nicht kleben bleibt.
Sobald der Strang lang genug ist, legst du ihn am besten wie ein U aus. Schlage dann die Enden übereinander. Klappe die Enden deiner Breze dann wieder zurück Richtung Bauch, sodass dabei eine Breze entsteht. Sobald die glutenfreien Brezen fertig sind, vorsichtig von der Arbeitsfläche nehmen und auf ein Backblech geben.
Hinweis:
Bitte unbedingt vorsichtig arbeiten, sobald du mit dem Laugen der Brezen beginnst. Verwende beim Arbeiten mit der Brezellauge bitte unbedingt Gummihandschuhe und achte darauf, dass keine Kinder oder Haustiere in der Nähe sind. Bevor du etwas anfasst, ziehe die Handschuhe wieder aus. Schürze und Schutzbrille geben zusätzlichen Schutz.
Schritt 5: Brezen laugen
Jetzt kommt der Schritt, bei dem du wirklich vorsichtig arbeiten solltest. Zieh dir zuerst deine Gummihandschuhe an. Gib dann die Brezellauge in eine flache Schüssel. Nimm ruhig erstmal etwas weniger, damit du nichts verschwendest.
Dann werden die fertig ausgerollten Brezen vorsichtig in die Lauge getunkt. Ich lasse sie mit der oberen Seite nach unten für circa 20 bis 30 Sekunden in der Lauge liegen. Anschließend herausnehmen und zurück auf dem Backblech platzieren. Den Vorgang so lange wiederholen, bis alle glutenfreien Brezen in der Lauge waren.
Die Brezen vor dem Backen noch am Bauch mit einem Messer einschneiden. Du kannst ruhig tief schneiden und die Seiten etwas auseinanderziehen.
Schritt 6: Brezen backen
Die Brezen kommen dann für 30-35 Minuten bei 210 °C Umluft in den Ofen bis sie schön aufgegangen sind und eine dunkelbraune Farbe erhalten haben. Lass die Brezen kurz auf einem Kuchengitter auskühlen, bevor du sie servierst.
Beispiel Zeitplan für glutenfreie Brezen
Damit du weißt, wie viel Zeit du für die glutenfreien Brezen einplanen musst, habe ich einen Beispiel Zeitplan für dich vorbereitet.
🕓 20:00 Uhr
Sauerteig aktivieren und stehen lassen.
🕓 08:00 Uhr
Alle Zutaten vermengen und den Brezenteig herstellen.
🕓 12:00 Uhr
Den Ofen vorheizen.
🕓 12:05 Uhr
Brezen formen und mit der Hilfe von Gummihandschuhen in die Lauge geben.
🕓 12:30 Uhr
Brezen bei 210 °C für 30-35 Minuten backen.
🕓 13:00 Uhr
Brezen servieren.
Häufig gestellte Fragen beim Brezen backen
Du hast noch ein paar Fragen, bevor du dich an das Arbeiten mit der Lauge wagst? Dann lies dich unbedingt noch durch die häufigsten Fragen beim Brezen backen. Im Anschluss bist du bestens gerüstet, um deine eigenen glutenfreien Brezen zu backen.
1. Was genau ist Lauge?
Lauge ist eine basische Lösung, die typischerweise aus Natriumhydroxid oder Natron besteht. Sie ist stark ätzend, darum sollte man mit Lauge vorsichtig hantieren. Lauge wird beim Bäcker als Natronlauge für Laugengebäck verwendet. Durch das Baden in der Lauge entstehen die sogenannten Maillard-Reaktionen, die den charakteristischen Geschmack und die goldbraune Kruste von glutenfreiem Laugengebäck erzeugen. Lauge ist in der Regel glutenfrei.
2. Worauf muss man beim Arbeiten mit Lauge achten?
Beim Arbeiten mit Lauge solltest du ruhig und bedacht arbeiten. Natronlauge oder alternative Laugenlösungen sind stark ätzend und können bei Hautkontakt Reizungen verursachen. Deshalb:
- Trage immer Handschuhe und eventuell auch eine Schutzbrille und eine Schürze.
- Achte darauf, dass keine Spritzer in Augen, auf Haut oder Kleidung gelangen.
- Verwende Lauge an einem gut belüfteten und ungestörten Ort, weit entfernt von Kindern und Haustieren.
- Konzentriere dich ganz auf die Arbeit mit der Lauge.
- Nach dem Arbeiten die Oberflächen gründlich abwischen, um Laugenreste zu entfernen.
3. Wie lange sollte das glutenfreie Gebäck in die Lauge getunkt werden?
Wenn du die Brezellauge der Walzmühle verwendest, gib die Brezen für 20 bis 30 Sekunden in das Laugenbad. Lass dein Gebäck anschließend kurz abtropfen, bevor du es auf das Backblech legst. Wenn du eine andere Lauge verwendest, achte auf die Angaben des jeweiligen Produkts.
4. Welche Lauge eignet sich für glutenfreie Brezen?
Für glutenfreies Laugengebäck kannst du eine fertige Brezellauge verwenden. Ich habe zum Beispiel die Brezellauge der Walzmühle gewählt, weil sie direkt fertig zum Laugen ist.
Alternativ gibt es auch Natronperlen*, die in Wasser gelöst werden, auch diese eignen sich für Laugengebäck. Achte darauf, dass die Lauge für die von dir geplante Anwendung geeignet ist und halte dich an die Angaben auf der Verpackung.
5. Wie kann ich Lauge sicher entsorgen?
Kleine Mengen der stark verdünnten Lauge können vorsichtig mit viel Wasser in den Abfluss gegeben werden. Größere Mengen oder hoch konzentrierte Laugenreste sollten bei einer Sammelstelle für Schadstoffe abgegeben werden.
6. Mein Laugengebäck klebt am Backpapier fest – was kann ich tun?
Wenn dein Laugengebäck nach dem Backen am Backpapier klebt, kann das an der hohen Feuchtigkeit des Teigs oder an der Lauge liegen. Verwende am besten ein beschichtetes Backpapier oder eine Silikonbackmatte*, um das Ankleben zu vermeiden. Alternativ kannst du das Gebäck kurz zum Abkühlen auf dem Backpapier lassen und es dann nach kurzer Zeit vorsichtig ablösen.
7. Kann ich die glutenfreien Brezen einfrieren?
Du kannst die glutenfreien Brezen auch einfrieren. Ich würde empfehlen, die Brezen fertig zu backen, auskühlen zu lassen und anschließend einzufrieren.
Damit die Brezen wieder richtig knusprig frisch sind, die Brezen bei Zimmertemperatur auftauen lassen, mit etwas Wasser bespritzen und anschließend im vorgeheizten Ofen bei 180 °C Umluft für 10 Minuten backen.
Weitere Rezepte mit glutenfreiem Sauerteig
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Haftungsausschluss: Für entstandene Schäden aufgrund der Lauge wird keine Haftung übernommen.
Glutenfreie Laugenbrezen
DruckenZutaten:
- 100 g Hirsemehl
- 80 g Maniokmehl
- 70 g Kartoffelstärke
- 50 g Reismehl
- 15 g Flohsamenschalenpulver
- 10 g Salz
- 355 g Wasser
- 120 g Sauerteig (z.B. Reissauerteig im Verhältnis 1:1)
- 30 g Butter, geschmolzen
Du brauchst außerdem:
- Brezellauge (z.B. von Walz-Mühle)
- Gummihandschuhe
Zubereitung:
- Mehle, Flohsamenschalenpulver und Salz in eine große Rührschüssel geben und kurz verrühren.
- Den Sauerteig zusammen mit dem Wasser gut vermengen und zu den restlichen Zutaten geben. Die Butter ebenfalls hinzugeben und alles relativ zügig gut vermengen.
- Den fertigen Teig abgedeckt für 3-4 Stunden an einen ruhigen, warmen Ort stellen oder über Nacht in den Kühlschrank.
- Kurz vor Ende der Gehzeit, den Ofen auf 220° C Umluft vorheizen.
- Die Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben, den Teig darauf kippen und in etwa 6 gleich große Stücke teilen (am besten lässt sich eine Brezel formen, wenn der Teig 140-150 Gramm wiegt).
- Die Teiglinge zuerst rund formen, danach gut bemehlt zu einem langen Strang ausrollen. Danach nimmst du beide Enden und zwirbelst sie einmal umeinander und legst sie dann wieder zurück auf die Breze. Die fertigen Brezen auf ein mit einer Silikonmatte ausgelegtes Backblech legen, optional geht auch ein Backpapier.
- Jetzt kommt die Lauge, daher bitte ganz vorsichtig arbeiten! Zuerst Handschuhe anziehen. Die Lauge in eine flache Schale kippen und dann die Brezen immer einzeln für ca. 20-30 Sekunden in die Lauge legen. Danach vorsichtig herausnahmen und wieder auf der Silikonmatte platzieren. Den Vorgang mit den restlichen Brezen wiederholen.
- Die Brezen am Bauch einschneiden, optional mit etwas grobem Salz bestreuen und dann in den Ofen schieben. Die glutenfreien Brezen backen für etwas 30-35 Minuten je nach Dicke der Brezen. Sie sind fertig, sobald sie schön knusprig und fest sind.
Tipps:
- Für dieses Rezept brauchst du einen eigenen Sauerteig, eine Anleitung dafür findest du hier.
- Lauge ist ätzend. Verwende deshalb beim Arbeiten Gummihandschuhe.
- Die Brezen kleben oftmals am Backpapier. Eine Silikonbackmatte* verhindert das.
- Die Brezen ohne Dampfstoß backen.
- Laugenbrezen lassen sich gut einfrieren, am besten nach dem Backen, wenn die Brezen ausgekühlt sind. Danach auftauen lassen und kurz für 10 Minuten bei 180 °C aufbacken.
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8 Kommentare
Ausprobiert und begeistert, vielen Dank für das tollte Rezept!
Hi Selda! Wie schön, das freut mich mega 😍
Hallo Lena, auf der Suche nach glutenfreiem Brot, bin ich auf Deine Seite gestoßen 🙂 und bin begeistert.
Mein Frage nun, kann ich diesen Teig auch für Laugebrötchen verwenden?
Viele Grüße Spomenka
Hey du,
na klar, du kannst alles Mögliche damit machen. Die Backzeit ist – je nach Brötchengröße – wahrscheinlich etwas kürzer 🙂
Liebe Grüße
Lena
Wir lieben deine Brezeln 🧡
Meine Mädels freuen sich besonders über das glutenfreie Laugengebäck
So schön zu hören, Lia! 🩷
Hallo Lena,
vielen Dank für das großartige Rezept. ich bin ehrlich, bisher hab ich die Brezen noch nicht gelaugt, trotz oder gerade wegen Chemiestudium und kleinen Kindern im Haus. aber der Teig eignet sich hervorragend für Anisbrezen, Salzbrezeln, Salzstangen, … heute hat sich meine Tochter eine Art Bagel gewünscht, Mal sehen was dabei rauskommt.
Danke dir für deine Mühe und Herzliche Grüße
Lena
Hi Lena, wie schön. Anisbrezen hab ich ewig nicht mehr gegessen, aber was für eine gute Idee 😊 Muss ich unbedingt probieren! Liebste Grüße 🙂